Neue Mitarbeiter im Naturschutzamt
Jana Korsch (Foto: C. C. Schmidt)

Jana Korsch

 

Jana Korsch erstellt Managementpläne
in den Natura 2000-Gebieten

Niedersachsen ist europarechtlich verpflichtet, die Lebensraumtypen und Arten in Natura 2000-Gebieten durch geeignete Maßnahmen auf Dauer in einem günstigen Erhaltungszustand zu erhalten bzw. wiederherzustellen. Gemäß FFH- und EU-Vogelschutzrichtlinie sollen dazu Managementpläne erstellt werden, in denen konkrete, zukünftig umzusetzende Maßnahmen dargestellt werden. Dies ist nun im Naturschutzamt seit Ende letzten Jahres Aufgabe der Biologin Jana Korsch (28), die an der Universität Hamburg mit den Schwerpunkten Ökologie und Biodiversität ihren Master erlangt hat. „Für eine realistische Maßnahmenplanung ist“, so Korsch, „umfassendes Wissen über Ökologie und Beeinträchtigungen der Natura 2000-Gebiete wichtig. Wie ist der Zustand der Lebensräume und Arten, welche Beeinträchtigungen gibt es, und was kann man aus naturschutzfachlicher Sicht unternehmen, um den Zustand wiederherzustellen oder zu verbessern?“


Ein gutes Beispiel für die Renaturierung eines Moores ist die Wiedervernässung im Hohen Moor bei Oldendorf. Hier wurden Gräben verschlossen, um den Wasserstand anzuheben. In den aufgestauten Wasserflächen konnte sich die ursprüngliche Vegetation wieder entwickeln und bietet Lebensraum für moortypische Arten. Durch die bisherigen Maßnahmen können Besucher heute schon seltene Arten wie Kranich, Moorfrosch und Sonnentau beobachten. Manchmal reichen aber auch schon kleine Maßnahmen aus, um eine Art wie den Fischotter zu fördern. Durch den Bau von Trittsteinen unter Brücken können die langen Wanderungen dieser FFH-Art erleichtert werden. Für ein langfristiges und erfolgreiches Management müssen Behörden, Vereine und Nutzer zusammenarbeiten, um gemeinsam die Ziele zu erreichen.

Durch das Anstauen des Wassers im Hohen Moor können die Torfmoose wieder wachsen (Foto: H.-J. Schaffhäuser)
Andreas Nees (Foto: J. Skorupa)

Andreas Nees

 

Seit Juli 2016 ist Andreas Nees hauptamtlicher Naturschutzwart im EU-Vogelschutzgebiet „Unterelbe“

 

Das im Landkreis Stade gelegene Vogelschutzgebiet Unterelbe wird seit 1980 von einem hauptamtlichen Naturschutzwart betreut. Im vergangenen Jahr übernahm der Diplom-Forstwirt Andreas Nees (35) diese Aufgabe. Nach seinem 2010 beendeten Studium war er hauptsächlich als ornithologischer Fachgutachter tätig. Der gebürtige Unterfranke hat bereits auf der ostfriesischen Insel Wangerooge als Naturschutzwart Erfahrungen gesammelt und sich seitdem für die norddeutsche Küstenlandschaft begeistert. Sein neuer Arbeitsplatz, das EU-Vogelschutzgebiet mit einer Gesamtfläche von gut 13.000 ha im Landkreis Stade, erstreckt sich von der Ostemündung bis Barnkrug bei Stade. „Viele in Deutschland selten gewordene Vogelarten kommen hier noch als Brutvögel vor, und für viele bedrohte Zugvogelarten liegt hier ein bedeutendes Winterrastgebiet“, beschreibt Nees den besonderen Wert der Unterelberegion für die Artenvielfalt.


Die Aufgaben des Naturschutzwartes im Vogelschutzgebiet sind vielfältig: Erstens müssen die Bestände der Brut- und Rastvögel im Jahresverlauf erfasst werden, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und entsprechende Maßnahmen im Schutzgebiet zu ergreifen. Zweitens muss die Bewirtschaftung der Grünlandflächen jedes Jahr flexibel so angepasst werden, dass die verschiedenen Vogelarten möglichst günstige Brutbedingungen vorfinden. Hierfür ist eine konstante Abstimmung mit den Pächtern der Flächen erforderlich, beispielsweise die Festlegung von Zeitpunkten für die Mahd und den Viehauftrieb. Zusätzlich gehören auch die Überwachung des Schutzgebietes, die Mitarbeit im Wiesenvogelschutzprojekt und die Begleitung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen zu seinem Aufgabenfeld.


Die Arbeiten der durch Landesmittel geförderten Stelle erfolgt in enger Abstimmung mit der Naturschutzstation Unterelbe des NLWKN und der niedersächsischen Staatlichen Vogelschutzwarte. „Nur die fortgesetzte enge und gute Zusammenarbeit mit Landwirten, Jägern, aber auch mit den Deich- und Unterhaltungsverbänden, wird uns die Erhaltung und nachhaltige Entwicklung des besonderen Naturschutzgebietes im Landkreis Stade ermöglichen“, so Nees.

Malerische Landschaft im Kehdinger Aussendeich (Foto: A. Nees)

 

 

 

Die Autorin

Janette Hagedoorn-Schüch
Naturschutzamt des Landkreises Stade, Öffentlichkeitsarbeit.

Weitere Informationen erteilt:
Helmut Bergmann, Naturschutzamt,
Telefon 04141 12-934

Elbinsel Lühesand


Die vor dem Obstanbaugebiet Altes Land gelegene Elbinsel Lühesand ist etwa drei Kilometer lang und bis zu 500 m Meter breit mit einer Gesamtgröße von 124 Hektar. Ihre Lage ist von weitem erkennbar als Standort der mit bis zu 227 Meter emporragenden höchsten Hochspannungsmasten Europas. Auf der Naturinsel, die per Fähre erreichbar ist, befinden sich auch ein Campingplatz und Wochenendhäuser. Die Elbinsel ist bis auf den Bereich des Campingplatzes seit 1982 mit einer Flächengröße von etwa 102 Hektar als Landschaftsschutzgebet „Lühesand“ geschützt. Dieser Bereich gehört seit Ende der 1990er Jahre auch zum Flora-Fauna-Habitat (FFH-) Gebiet „Unterelbe“. Das Landschaftspflege- und Naturschutzprojekt auf Lühesand hat ein Gesamtvolumen von 30.000 Euro. 24.000 Euro finanziert das Land Niedersachsen (NLWKN), 6.000 Euro kommen aus dem Naturschutzfonds des Landkreises Stade.