Hannes Wolff

Neuer Mitarbeiter im Naturschutzamt

Hannes Wolff, 29, ist seit Januar 2020 im Naturschutzamt des Landkreises Stade für das Projekt „Klimaschutz durch Moorentwicklung“, kurz KLIMO, angestellt. Sein Studium beendete der gebürtige Wismarer 2019 in Göttingen im Studienfach Biologische Diversität und Ökologie. Seine Bachelorarbeit behandelte das Hemelsmoor in der Nähe von Zeven. Seine Kenntnisse im Moorschutz kommen ihm jetzt beim Projekt KLIMO zu Gute.

Nasse Moore schützen das Klima

Circa 38 % Prozent der deutschen Moorfläche liegen in Niedersachsen, soviel wie in keinem anderen Bundesland: Damit hat das Land beim Moor- und Klimaschutz eine besondere Verantwortung. Die Hoch- und Niedermoore im Landkreis Stade umfassen immerhin einen Flächenanteil von beachtlichen 18 %, was einer Größe von zusammen etwa 18.000 ha entspricht. Moore gelten als der optimale natürliche CO₂-Speicher. Nach den Klimazahlen der Bundesregierung sind drei Prozent der globalen Landfläche Moore. Der Torf darin bindet mehr CO₂ als alle Wälder auf der Welt zusammen, aber nur bei ausreichendem Wasserstand. Werden Moore trockengelegt, passiert das Gegenteil: Der Torf setzt dann die großen Mengen gespeicherter klimaschädlicher Gase wieder frei.

 

In der Vergangenheit wurden bereits Moorschutzprojekte wie etwa im Hohen Moor, Feerner Moor und Oederquarter Moor realisiert. Beim Projekt KLIMO sollen nun aktuell weitere Hoch- und Niedermoore im Landkreis Stade inklusive der Sümpfe und Bruchwälder betrachtet werden. Ziel ist es, ein Konzept für die zukünftigen Entwicklungen des Klima- und Moorschutzes im Kreisgebiet zu erstellen. Dabei sollen Maßnahmen erarbeitet werden, wie die CO₂ Einsparung in den Moorgebieten optimiert werden können, insbesondere bei Renaturierungsprojekten. Das Projekt KLIMO wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die Abwicklung der Förderung erfolgt über die NBank, die Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachen. Der NLWKN bewertet die Anträge aus fachlicher Sicht und ist auch mit eigenen Projekten an der Umsetzung beteiligt. Durch die Förderrichtlinie werden Maßnahmen zum Erhalt und zur Entwicklung von Hoch- und Niedermooren unterstützt, die zu einer Reduzierung von Treibhausgasemissionen aus Mooren führen können und damit dem Klimaschutz dienen. Auch Ansätze zur klimaschonenden Bewirtschaftung von Moorböden werden gefördert.

Welche Moore sind geeignet?

Die Aufgabenschwerpunkte von Hannes Wolff liegen anfangs bei der Auflistung der Moorgebiete sowie der Erstellung von Kartenmaterial und Maßnahmenblättern zu jedem Gebiet. „Aufgrund alter Datensätze mache ich mir von ausgewählten Moorflächen ein eigenes Bild vom Zustand“, erklärt Wolff seine Vorgehensweise. Außerdem soll die Frage beantwortet werden, wie die Moore bezüglich des Klimaschutzes am besten weiterentwickelt werden können. Mögliche Maßnahmen wären Wiedervernässung, Anstau von Gräben, Entkusselung oder auch Nutzungsänderung von Acker- auf Grünlandnutzung. Am Ende werden die Gebiete und die erforderlichen Maßnahmen nach ihrer Wichtigkeit für den Klimaschutz geordnet. Beim Erstellen der Prioritätenliste wird auch das Programm Niedersächsische Moorlandschaften berücksichtigt. Zusätzlich profitieren hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenarten von den Entwicklungsmaßnahmen im Moor.

 

Ein kleines Budget für Grundstückskäufe steht dem Naturschutzamt zur Verfügung. Wer Moorgrundstücke im Landkreis veräußern möchte, kann sich beim Naturschutzamt melden.

Wachsende Torfmoose binden CO₂ (Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser)

Durch Vernässungsmaßnahmen könnte diese mit Birken und Pfeifengras bewachsene Fläche im Kuhlstückenmoor optimiert werden. (Foto: Hannes Wolff)

Eine typische Pflanze der Hochmoore ist der Sonnentau (Foto: Hans-Joachim Schaffhäuser)