Die Autorin
Margret Binot-Hafke
ist Leiterin des Rote-Liste-Zentrums

Weitere Informationen:

 

  • Rote-Liste-Zentrum

  • Rote-Liste-Daten jetzt online abrufbar

    Welche Tiere, Pflanzen und Pilze sind in Deutschland gefährdet? Wer wissen will, wie es Feldhase, Wiedehopf, Segelfalter und rund 30.000 weiteren Arten geht, kann den Gefährdungsstatus mit Hilfe einer neuen Artensuchmaschine schnell und einfach ermitteln.


    Die Suchmaschine des Rote-Liste-Zentrums greift auf die Fachgutachten der bundesweiten Roten Listen zu. Sie zeigt die Gefährdungskategorie, Bestandssituation und Trends von allen untersuchten Arten an. Eingebunden ist sie in die Website des Rote-Liste-Zentrums, die ausführlich über die Erstellung und die Inhalte Roter Listen informiert.


    Ein weiterer wichtiger Bestandteil der bundesweiten Roten Listen sind die Gesamtartenlisten. In ihnen sind alle in Deutschland etablierten Arten den jeweiligen Organismengruppen zugeordnet. Auf der Website gibt es insgesamt Listen für 60 Gruppen, unter anderem für Brutvögel, Tagfalter, Bienen, Säugetiere sowie Farn- und Blütenpflanzen. Aber auch weniger bekannte Artengruppen wie Raubfliegen oder Pseudoskorpione sind dort aufgelistet. Einführungstexte geben einen kurzen Überblick zur Gefährdungssituation der Artengruppen und über Ursachen ihrer Gefährdung. Sie weisen aber auch auf besondere Spezies hin, wie beispielsweise den nützlichen Bücherskorpion.


    Einen tieferen Einblick in die Lebensweise von Tieren, Pflanzen und Pilzen geben darüber hinaus Artenportraits. Diese werden regelmäßig ergänzt und zu einer „Portraitgalerie der Arten“ ausgebaut. Sie zeigen Wissenswertes und Kurioses auf und auch, was zu tun ist, um den Bestand einer Art zu erhalten. Sie reichen bisher von bekannten Tieren wie dem Feldhasen bis hin zu weniger bekannten wie dem Trommelwolf, zeigen aber auch Pflanzen wie die Küchenschelle und die Osterluzei.

    Die Roten Listen und das Rote-Liste-Zentrum

    Blauschillernder Feuerfalter, Küchenschelle oder Wiedehopf – das sind nur drei von tausenden Arten, die in Deutschland in ihrem Bestand gefährdet sind. Über solche bedrohten Organismen geben die sogenannten „Roten Listen“ Auskunft. Mit ihren differenzierten Informationen zum Gefährdungsstatus jeder Art zeigen sie auf, wo am dringendsten gehandelt werden muss, um die biologische Vielfalt in Deutschland zu bewahren. Die Roten Listen der Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands werden vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) herausgegeben. Seit 2019 koordiniert das neu eingerichtete Rote-Liste-Zentrum im Auftrag des BfN die Erstellung der bundesweiten Roten Listen.

    Ehrenamtliche Expertinnen und Experten stärken

    Die bundesweiten Roten Listen werden von rund 550 Fachleuten erarbeitet. Weitere rund 20.000 Personen haben in den letzten Jahren Beobachtungsdaten dafür bereitgestellt. Ein Großteil der systematischen Datenerhebungen zur Verbreitung, zur Häufigkeit und zu Bestandsveränderungen der heimischen Tier-, Pflanzen- und Pilzarten liegt in den Händen engagierter Ehrenamtler. Viele von ihnen besitzen eine wissenschaftliche Ausbildung und sind erfahrene Fachleute auf ihrem Gebiet. Das Sammeln und Aufbereiten von Grundlagendaten für das Fachverzeichnis leisten sie jedoch oft ohne Auftrag und in ihrer Freizeit. Ohne diese Tätigkeit könnten aktuelle, gut fundierte „Rote Listen“ derzeit nicht erstellt werden. Das Rote-Liste-Zentrum unterstützt die Autorinnen und Autoren dabei organisatorisch, fachlich und finanziell. Das Rote-Liste-Zentrum ist beim DLR Projektträger in Bonn angesiedelt.

    Das Rote-Liste-Zentrum handelt im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz.

    Der sehr seltene Blauschillernde Feuerfalter (Lycaena helle) ist als „stark gefährdet“ eingestuft. Als Bewohner kühl-feuchter Lebensräume leidet er unter dem Klimawandel sowie unter Habitatverlust. Hier saugt ein Männchen an einer Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris). (Foto: Dr. Steffen Caspari)

    Die Gewöhnliche Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris) liebt nährstoffarme Böden und verschwindet bei Überdüngung unter dem Konkurrenzdruck anderer Pflanzen. Sie gilt in Deutschland als gefährdet. (Foto: Steve Schöfisch)

    Neben dem „Haustier" Honigbiene kommen in Deutschland zahlreiche Wildbienenarten vor. Viele von ihnen sind auf bestimmte Blüten spezialisiert. So besucht die Mai-Langhornbiene (Eucera nigrescens) vorwiegend Blüten der Zaunwicke. Die Mai-Langhornbiene gilt hierzulande als ungefährdet. (Foto: Dr. Günter Matzke-Hajek)

    Die erste Rote Liste im engeren Sinne war die der Vögel. In der aktuellen Roten Liste der Brutvögel ist der Wiedehopf (Upupa epops) als „gefährdet“ eingestuft. (Foto: Johannes Karich)


    Die Autorin
    Margret Binot-Hafke
    ist Leiterin des Rote-Liste-Zentrums

     

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