Weitere Informationen:
Katharina Bittmann
Landkreis Stade - Naturschutzamt
Telefon: 04141 12 6738
E-Mail: naturschutzamt@landkreis-stade.de
Die Autorin
Janette Hagedoorn-Schüch
ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutzamt des Landkreises Stade.
Die 31-jährige Ökologin wuchs im Havelland (Brandenburg) auf und studierte Landschaftsnutzung, Naturschutz, Biodiversitätsmanagement und Landschaftsökologie in Eberswalde, Wien und Greifswald. Praktische Erfahrungen sammelte Katharina Bittmann während der Projektarbeit mit unterschiedlichen Forschungseinrichtungen oder Fachbehörden in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Seit Februar 2018 liegt ihr Hauptaugenmerk auf dem Kompensationsflächenmanagement im Kreisgebiet. Dieser Aufgabenbereich, der gesetzlich vorgegeben ist, schafft eine hohe Transparenz und Planungssicherheit.
Wenn durch Baumaßnahmen oder Aufstellung von Bebauungsplänen Eingriffe in Natur und Landschaft entstehen, ist der jeweilige Verursacher nach dem Bundesnaturschutzgesetz verpflichtet, Kompensationsmaßnahmen zu leisten. Da diese besondere Anforderungen erfüllen müssen, unterstützt Katharina Bittmann die Planung konkreter Vorhaben, damit sie fachgerecht angelegt und ausgeführt werden. Die Pflege der Ausgleichsflächen und der langfristige Flächenerhalt sind vom Verursacher des Eingriffs zu gewährleisten.
Als aktive Kompensationsflächenmanagerin kontrolliert Katharina Bittmann die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften nicht nur am Schreibtisch. Sie macht sich auch vor Ort ein Bild vom Zustand neuer und alter Kompensationsflächen, deren Ursprung manchmal bis in die 90er Jahre zurückreicht. Wird ein Defizit festgestellt, müssen Eingriffsverursacher umgehend informiert werden, denn sie sind zur Umsetzung der Kompensation verpflichtet.
Zur Vereinfachung der Flächenverwaltung erstellt Katharina Bittmann ein digitales Kompensationsflächenkataster anhand gesetzlicher Vorgaben. Neben Angaben zum Flurstück enthält es Informationen zum Umfang der Kompensation, zu den konkreten Maßnahmen und zum Ausgangs- und Zielzustand der Biotope. Nach Fertigstellung der Digitalisierung liegen alle Kompensationsflächen des Landkreises Stade in einem entsprechenden Geoinformationssystem vor. Räumliche Daten können problemlos abgerufen, Mehrfachnutzungen der Flächen vermieden und neue Flächen fortlaufend ergänzt werden.
Neben Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gibt der Gesetzgeber auch die Möglichkeit, geeignete Kompensationsflächen in sogenannten Poolflächen zu bevorraten.
Damit diese von der unteren Naturschutzbehörde anerkannt werden, sind verschiedene Bedingungen zu erfüllen. So müssen die Flächen aufwertungsfähig sein, dürfen nicht öffentlich gefördert werden, müssen dauerhaft zur Verfügung stehen und rechtlich gesichert sein. Durch die Anlage eines Flächenpools mit entsprechenden Aufwertungsmaßnahmen werden Ökopunkte gesammelt, die mithilfe eines bankähnlichen Kontos vom Inhaber verwaltet werden. Im Landkreis Stade haben mittlerweile einige Gemeinden, Städte, Privatpersonen und Verbände solche Ökokonten eingerichtet. Dazu zählen die Hansestadt Stade, die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG), die Niedersächsischen Landesforsten, der Ostedeichverband und weitere Institutionen.
Interessenten können Anteile abbuchen und ihrem Vorhaben als Ausgleich oder Ersatz zuordnen. Diese Option wird gern genutzt, wenn eigene Flächen zur Umsetzung von Kompensationsverpflichtungen fehlen. Alle Poolflächeninhaber informieren das Naturschutzamt regelmäßig über neue Abbuchungsvorgänge und teilen den aktuellen Kontostand mit.
Zusätzlich ist Katharina Bittmann auch bei Flurbereinigungsverfahren im Rahmen von Großvorhaben beteiligt, bei denen es auch um die sinnvolle Lenkung von Kompensationsmaßnahmen geht. „Die Eingriffsregelung gilt als eines der wichtigsten Instrumente des Naturschutzes“, so Bittmann. Den gesetzlichen Handlungsspielraum unter Beachtung verschiedenster Interessen bestmöglich zu nutzen, ist eine spannende, verantwortungsvolle Aufgabe.“
Die Autorin
Janette Hagedoorn-Schüch
ist zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Naturschutzamt des Landkreises Stade.