Die Autorin

Monika Niemeyer

ist Wohn- und Umweltberaterin beim BUND, Kreisgruppe Stade.

Weitere Informationen:


BUND Kreisgruppe Stade
Am Bohrfeld 8

21684 Stade
Telefon: 04141 63333
E-Mail: kontakt@bund.stade.net
Internet: www.bund-stade.de

Müllfreie St(r)ände

Ein Projekt zum Schutz der Meere

In den letzten Jahren wurden laut Umweltbundesamt in Deutschland pro Kopf jährlich ca. 70 Plastiktüten verbraucht, dazu kommen 39 dünne Plastiktüten für Obst und Gemüse. Diese Tüten erzeugen unnötig Abfall, verbrauchen Ressourcen und landen zum großen Teil in Binnengewässern und Meeren.
Um die Flut der Plastiktüten einzudämmen, hat die BUND Kreisgruppe Stade gemeinsam mit der Abfallwirtschaft des Landkreises und den Standinhabern des Stader Wochenmarktes zwischen November 2014 und November 2017 fünf Aktionstage unter dem Motto „Müllfreie St(r)ände“ durchgeführt.
Das Ziel war, die Verbraucher durch Informationen und Aufzeigen von umweltfreundlichen Alternativen zu motivieren, auf Plastiktüten beim Einkauf zu verzichten.
Begleitend dazu wurde und wird an den Marktständen mit einem Schild darauf hingewiesen, dass das Mitbringen von eigenen Taschen erwünscht ist. Und - falls es jemand vergisst - gibt es an ‚Lisas Nuss-Stand‘ auf dem Stader Wochenmarkt Tauschtaschen, die man sich bis zum nächsten Einkauf ausleihen kann. Die Niedersächsische BINGO Umweltstiftung unterstützte das Projekt finanziell bei der Beschaffung von Baumwolltaschen, die nach Bedarf an die Marktkunden abgegeben wurden.
Das Ergebnis der Aktionen kann sich sehen lassen: Im September 2017 war der Verbrauch der Plastiktüten auf dem Wochenmarkt auf etwa ein Drittel gesunken. Die Tendenz ist weiter fallend. Doch es gibt noch viel zu tun!

Müll im Meer

Jährlich gelangen etwa 10 Millionen Tonnen Plastikmüll vom Land über die Flüsse ins Meer. Plastik ist langlebig und zersetzt sich nicht, sondern zerfällt über Jahrzehnte bis Jahrhunderte in immer kleinere Teile. Laut Umweltbundesamt werden Plastiktüten erst nach bis zu 20 Jahren abgebaut, Aluminiumdosen nach 200 Jahren, Plastikflaschen nach etwa 450 Jahren und Fischernetze sowie Angelschnüre erst nach 600 Jahren.
Zusätzlich geben die meisten Plastikmaterialien viele ihrer chemischen Zusatzstoffe an die Umwelt ab. Meeressäuger ersticken an Plastiktüten, -verpackungen und Netzen. Außerdem gelangt Plastik, zu winzigen Teilchen zerbröselt, über die Nahrungskette wieder bei uns auf dem Teller. Um diesem Dilemma zu entkommen, gibt es nur einen Weg: Müll vermeiden!

Auch von der Politik ist ein schnelles Handeln gefordert, um die Vermüllung der Meere zu stoppen. Mit entsprechenden Verordnungen und Gesetzen wie Verboten von Mikroplastik in Kosmetika und von Einmalplastik bei Coffee-to-go-Bechern könnte die Vermeidung von Müll geregelt werden. Aber auch jeder Einzelne kann von sich aus dazu beitragen.

Tipps zur Vermeidung von Müll:

  • Mit Korb, Rucksack, Mehrwegtaschen und -behältnissen einkaufen gehen
  • Unverpackte Produkte kaufen und danach fragen
  • Wasser, Säfte, Milch, Joghurt in Mehrweg-Glasflaschen kaufen
  • Trinkflaschen aus Glas und Brotdosen aus Edelstahl verwenden
  • Handwaschlotionen und Duschgels durch Seife ersetzen
  • Kosmetika ohne Mikroplastik nutzen (siehe www.bund.net/meere/mikroplastik)
  • Lebensmittel umsichtig kaufen, damit nichts weggeworfen werden muss
  • Tauschen, teilen und reparieren statt wegwerfen
  • Bei Spielsachen möglichst auf Naturmaterialien zurückgreifen
  • Kleidung und Möbel second-hand besorgen statt neu kaufen oder sich für Naturmaterialien entscheiden ( Baumwolle/Wolle/Leinen für Kleidung und Vollholz statt Spanplatten für Möbel wählen)
  • Auch im Wohnbereich (Bett- und Tischwäsche, Gardinen, Teppiche) langlebige Materialien aus Naturfasern bevorzugen, statt Mikrofaser und Synthetik
  • Beim Bodenbelag Massivholzdielen verlegen anstatt Laminat
  • Müll nicht achtlos wegwerfen, sondern stets in den Mülleimer

Die Initiatoren der Aktion Müllfreie St(r)ände auf dem Wochenmarkt (Foto: K. von Borstel)

Mehrwegtaschen anstelle von Plastiktüten (Foto: K. von Borstel)

Plakat an den Wochenmarktständen weist auf die Vermeidung von Plastikmüll hin.

 

Die Autorin

Monika Niemeyer

ist Wohn- und Umweltberaterin beim BUND, Kreisgruppe Stade

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Am Bohrfeld 8, 21684 Stade
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