Die Autorin
Patricia Achter

ist Pressereferentin an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg

Weitere Informationen:

 

Prof. Dr. Jorge Groß
Professur für Didaktik der Naturwissenschaften
Tel.: 0951/863-1971
jorge.gross@uni-bamberg.de
www.uni-bamberg.de

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Hummeln erkennen leicht gemacht

Die behäbigen und friedfertigen Hummeln sind faszinierende Insekten und wichtige Bestäuber im Garten. Laien und Experten können Hummelarten nun mithilfe einer App bestimmen und erfassen. Im April 2019 hat ein interdisziplinäres Forscherteam unter der Leitung von Prof. Dr. Jorge Groß von der Universität Bamberg die App „ID-Logics“ um die neue Funktion Hummelbestimmung erweitert. Die App besitzt eine intelligente Logik, die viele Hilfestellungen gibt und fehlertolerant ist. Das heißt, dass mithilfe der App auch dann Arten richtig bestimmbar sind, wenn Fehleingaben gemacht werden. Zusätzlich bietet die App Bilder, Informationen und kurze Filme zur Überprüfung der gefundenen Art.
Sie ermöglicht es außerdem, Schülerinnen und Schülern die Artbestimmung mithilfe digitaler Medien beizubringen. Drei Stiftungen unterstützen das Vorhaben: Die Entwicklung der App und die ersten Module wurden von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 350.000 Euro finanziert und von der Joachim Herz Stiftung unterstützt. Bis 2021 fördert die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU) das Modul zur Hummel-Bestimmung mit etwa 30.000 Euro.
„Mithilfe der App wollen wir die Faszination an Hummeln wecken, damit sich die Begeisterung auf alle Insekten und den Naturschutz insgesamt überträgt“, sagt Jorge Groß, Professor für Didaktik der Naturwissenschaften an der Universität Bamberg. „Denn der rasante Rückgang der Insekten muss dringend gestoppt werden.“ Eine Studie von Forschenden aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden habe 2017 ergeben, dass die Gesamtmasse der Fluginsekten in knapp 30 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen sei. Betroffen seien unter anderem Hummeln, die viele Blütenpflanzen bestäuben – auch einige, die von keinen anderen Insekten bestäubt werden wie Klee oder Bohnen.

Hummelbestimmung für Schulen und Naturfreunde

Umso wichtiger war es Jorge Groß, die App „ID-Logics“ um eine Hummel-Datenbank zu ergänzen. Er leitet ein Forscherteam aus den Bereichen Biologie, Biologiedidaktik, Grafik und IT-Technik. Das Team hat bereits die ersten Module der App entwickelt, mit denen Muscheln und Frühjahrsblüher bestimmt werden können, indem Fragen zu deren äußerer Erscheinung beantwortet werden. Das Programm funktioniert auf Smartphones und Tablets. Zahlreiche Schulen und Universitäten nutzen die App schon für Bestimmungsübungen. Außerdem verwendet der Naturschutzbund (NABU) die Software für das Projekt ‚Hummelschutz in Niedersachsen‘, denn mit der App kann nun die Verbreitung der Hummelarten einfacher erfasst und dokumentiert werden.
Die App bietet Naturfreunden zusätzlich Informationen über Hummelarten durch Lernvideos, Steckbriefe und Verbreitungskarten. Mit ihr kann man demnächst Fundorte von Hummeln auf der Webseite hummelmap.de melden, die alle Wildbienenarten in Niedersachsen erfasst und kartiert. „Mit wenig Vorwissen können jetzt sogar Grundschüler Hummeln bestimmen und später auch in allen Bundesländern melden“, so Groß. Sein Forscherteam begleitet den Prozess wissenschaftlich, unterstützt etwa die Artbestimmung und analysiert den Rückgang seltener Hummelarten.

Prof. Dr. Jorge Groß leitet ein interdisziplinäres Forscherteam, das die App „ID-Logics" weiterentwickelt. (Foto: J. Schabel)

„Hummel-App“: Mithilfe von Fragen und Bildern können auch Laien Hummeln bestimmen. (Foto: Universität Bamberg)

Gartenhummel an Wasserdost (Foto: G.-M. Heinze)

Die Mooshummel ist in Deutschland selten geworden (Foto: J. Anders)

 

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Patricia Achter

ist Pressereferentin an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg

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