Liebe Leserinnen und Leser,
die biologische Vielfalt geht in allen Regionen der Welt zurück, so das alarmierende Fazit des Weltbiodiversitätsrats. Das politische Ziel, diese Entwicklung aufzuhalten, ist noch lange nicht erreicht. Dabei ist die biologische Vielfalt wesentliche Grundlage für unser Leben. Sauberes Wasser, frische Luft und gesunder Boden gehören ebenso dazu wie die Artenvielfalt der Pflanzen, Pilze und Tiere.
Um den Zustand der Artenvielfalt beurteilen zu können, benötigen wir eine entsprechende Datenbasis. Angaben über Vorkommen und Bestandsentwicklung der Arten sind notwendig, um zielgerichtete Schutzmaßnahmen entwickeln und umzusetzen zu können. Zum einen werden Daten über die Arten-Erfassungsprogramme der Fachbehörde für Naturschutz erhoben. Zum anderen werden für ausgewählte Gebiete unseres Landkreises naturschutzfachliche Gutachten von Artenkennern angefertigt. Aber auch Laien können mit ihrem Wissen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Dieses Bürgerwissen wird in sogenannten ‚Citizen Science Projekten‘ genutzt, um mehr über die Tiere und Pflanzen vor unserer Haustür zu erfahren.
Die neue Ausgabe der Umwelt im Kreis 2019 stellt zwei dieser Projekte genauer vor: ‚Naturgucker.de‘ und ‚Insektensommer‘. Ziel beider Internetplattformen ist es, ein großes Interesse an der heimischen Flora und Fauna zu wecken und gleichzeitig mit Hilfe der gewonnenen Daten mehr Erkenntnisse über den Zustand der biologischen Vielfalt zu bekommen.
Erleichtert wird das Bestimmen von Arten durch die Möglichkeiten der digitalen Technik mit dem Smartphone. Im Rahmen von Forschungsprojekten wurden aktuell zwei neue kostenlose Bestimmungs-Apps für Pflanzen und Hummeln erarbeitet. Mit Bilderkennungsprogrammen und einfacher Handhabung können auch unterwegs beobachtete Arten einfach bestimmt werden.
In unserem Landkreis Stade gibt es viele vorbildliche Initiativen und Projekte, die sich für den Natur- und Umweltschutz engagieren. Bereits seit 20 Jahren macht sich das Naturschutzamt gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Beraterinnen und Beratern für den Wespenschutz stark und die Jägerschaft im Raum Oldendorf setzt sich mit einem Maßnahmenpaket für den Rebhuhnschutz ein. Weitere Themen sind das Engagement der Wohnstätte Stade, die ‚NO-GO‘ Kampagne des Umweltamtes sowie die Refill-Aktion, die Trinkwassernachfüllstationen für den gesamten Landkreis unterstützt.
In der Rubrik ‚Portrait’ stellt Umwelt im Kreis Kathrin Klammer als neue Mitarbeiterin im Naturschutzamt vor und beim Projekt ‚Wege in Niedersachsen‘ können sich auch Kommunen aus dem Landkreis Stade bewerben, um sich ein kostenloses Wegekonzept erarbeiten zu lassen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!
Ihr
Landrat
Im Oktober 2019