Die Autorin
Sabine Kiehl
ist Abfallberaterin beim Landkreis Stade
200 Kubikmeter Müll aus Autos landen jährlich an Straßenrändern im Landkreis Stade. Nach der Devise „Fenster runter oder Kofferraum auf und raus mit dem Müll“ sorgen viele Autofahrer für ein sauberes Innenleben ihres Wagens – auf Kosten von Natur und Umwelt. Allein mit dem Abfall, der an den 382 Kilometern Kreisstraßen gesammelt wird, könnten übers Jahr pro Kilometer fünf 60-Liter-Mülltonnen gefüllt werden. Mit der Kampagne „NO GO“ will der Landkreis Stade für ein Umdenken werben.
Insbesondere Kunststoffmüll belastet die Umwelt, denn er gelangt als „Mikroplastik“ in Gewässer und Böden und von dort in die Nahrungskette.
Mit dem Aktionsaufkleber "NO GO", der für Autos aber auch andere Gegenstände gedacht ist, kann jeder ein Zeichen gegen die Vermüllung unserer Umwelt setzten.“ Der Aufkleber ist seit Juni bei vielen Autohändlern, Fahrschulen, Tankstellen, Kfz-Zulassungs- und Prüfstellen sowie in den Rathäusern, im Kreishaus und bei den beiden großen Fast-Food-Restaurants kostenlos erhältlich. Mit einer Großplakatwand an der stark befahrenen Bremervörder Straße in Stade startete der Landkreis die Kampagne. Ab Mitte Juni weisen weiter Großplakatwände an der stark befahrenen B 73 in Düdenbüttel und Neukloster auf die Kampagne hin.
Besonderes Augenmerk legt die Kampagne auf Zigarettenkippen, die viele Autofahrer immer noch mal eben so aus dem Fenster schnippen. Kippen enthalten einen konzentrierten Giftcocktail aus Nikotin, Arsen, Teer, Blei Kupfer und Chrom sowie Pestiziden. Sie sind nicht nur an Straßenrändern eine Gefahr. An Stränden oder auf Spielplätzen können Kippen für Kleinkinder sehr gefährlich werden, wenn sie in den Mund gelangen oder gar verschluckt werden. Nicht zu vernachlässigen ist außerdem die Brandgefahr in der trockenen Jahreszeit.
Laut Berichten der Tageschau im Oktober 2018 werden jährlich weltweit 4.5 Milliarden Zigarettenfilter unsachgemäß in der Umwelt entsorgt. Ein Zigarettenstummel kann zwischen 500 und 1.000 Liter Wasser verunreinigen und auch Kleintiere im Gewässer vergiften. Selbst in Eiskernen aus der Arktis sind feinste Partikel von Zigarettenfiltern gefunden worden.
Wer Abfall aus dem Auto wirft handelt ordnungswidrig
Laut niedersächsischem Bußgeldkatalog wird für das Wegwerfen, Liegenlassen, Vergraben, Wegschütten und Verbrennen von Gegenständen des Hausmülls, soweit sie unbedeutender Art sind, 10 bis 50 Euro fällig. Für den Inhalt von Aschenbechern werden sogar 50 bis 80 Euro verlangt.
Das EU-Parlament hat für ein Verkaufsverbot von Einweg-Kunststoffartikeln wie etwa Tellern, Besteck, Strohalmen oder Wattestäbchen aus Plastik gestimmt. Die EU-Einwegkunststoffrichtlinie bezieht auch die Verschmutzung durch Zigarettenfilter ein. Demnach sollen kunststoffhaltige Zigarettenfilter reduziert werden. Außerdem sollen Tabakunternehmen an den Kosten für die Abfallsammlung dieser Produkte beteiligt werden. Das beinhaltet auch den Transport und die Behandlung des Abfalls.
Mit der Kampagne NO GO beteiligt sich der Landkreis Stade an der Europäischen Kampagne „Let’s Clean Up Europe“, die sich für Stadtsauberkeit und saubere Landschaft einsetzt (www.letscleanupeurope.de).
Weitere Infos zur Kampagne gibt es unter www.landkreis-stade.de/nogo oder telefonisch bei der Abfallberatung des Landkreises Stade unter 04141 12-6616.
Die Autorin
Sabine Kiehl
ist Abfallberaterin beim Landkreis Stade