Die Autorin
Gaby Schulemann-Maier
leitet die Kommunikation bei naturgucker.de
Die Natur zu erleben, ist für viele Menschen eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Wer das Gesehene dokumentieren möchte, für den bietet ‚naturgucker.de‘ umfassende Möglichkeiten. Auf der kostenlos nutzbaren Online-Plattform können alle Tier-, Pflanzen- und Pilzsichtungen – nicht nur aus Deutschland – gemeldet und Naturfotos als Belegbilder hochgeladen werden. Darüber hinaus ist es möglich, sich dort mit anderen Nutzern auszutauschen, um zum Beispiel Hilfe bei der Bestimmung zu erhalten.
Seit dem Start der Meldeplattform am 7. Februar 2008 sind schon mehr als 10,5 Millionen Beobachtungen und über 1,5 Millionen Naturbilder zusammengekommen – Tendenz stark steigend. Letzteres gilt auch für die Zahl der Aktiven. Inzwischen sind über 68.000 Nutzer bei naturgucker.de registriert. Viele von ihnen gehören Naturschutzverbänden wie dem NABU an, der strategischer Partner der Meldeplattform ist.
Indem Beobachtungsdaten hochgeladen werden, können Nutzer naturgucker.de als ihre persönliche „Datenzentrale für Naturbeobachtungen“ verwenden. Dank der vielen Filtermöglichkeiten können sie ihre Sichtungen zum Beispiel nach Artengruppen oder Orten sortieren. Zudem ist es möglich, die Daten zu exportieren, falls sie beispielsweise in Tabellenform benötigt werden.
Abgesehen davon, dass Naturfreunde alle eigenen Beobachtungen und dazugehörige Fotos an einem zentralen Ort speichern können, stellt naturgucker.de die Daten Naturschützern und Wissenschaftlern für ihre Arbeit zur Verfügung. Dabei verbleiben die Urheberrechte an Bildern und Beobachtungen bei den Beobachtern.
Beobachtungen und Fotos können auf naturgucker.de durch registrierte Nutzer kommentiert werden. Wird beispielsweise ein Bild eines unbestimmten Insekts hochgeladen, kann um Bestimmungshilfe gebeten werden. Andere naturgucker.de-Nutzer sehen dies und können per Kommentarfunktion oder systeminterner E-Mail Hilfestellungen geben, sofern sie die jeweilige Art kennen. Zudem schauen die naturgucker.de-Fachbeiräte ebenfalls regelmäßig nach und leisten Hilfe bei Bestimmungen.
Über die Kommentarfunktion können außerdem auch anderweitige Informationen ausgetauscht oder einfach Rückmeldungen zu Beobachtungen oder Fotos gegeben werden. Auf diesem Wege haben sich schon viel aktive Naturgucker untereinander angefreundet und gehen in der „echten Welt“ gemeinsam auf Exkursionen. Damit hat naturgucker.de mehrere Funktionen „an Bord“, die typisch für soziale Netzwerke sind.
Es ist jedoch nicht ohne weiteres möglich, innerhalb der Datenbestände nach Beobachtungen und damit früheren Aufenthaltsorten anderer Beobachter zu suchen. Lediglich wenn ein Nutzer aktiv und auf freiwilliger Basis eine andere Person als Freund freischaltet, gibt er dieser die Möglichkeit, personenbezogen nach Beobachtungen und Bildern zu suchen.
Zu allen auf naturgucker.de meldbaren Arten gibt es Profilseiten mit Informationen darüber, wann und wo die jeweilige Art gemeldet wurde, es gibt eine Bilderübersicht, eine Kartendarstellung mit Fundpunkten und vieles mehr – freilich nur, wenn tatsächlich Daten zu der Art vorliegen. Dies ist aber für zigtausende Arten bereits der Fall.
Für die 100 in Deutschland am häufigsten beobachteten tagaktiven Falterarten bietet naturgucker.de außerdem eine automatische Erkennungshilfe. Diese basiert auf einer Künstlichen Intelligenz, die per Bilderkennung Vorschläge unterbreitet, wenn Fotos hochgeladen und der Art „Schmetterling (unbestimmt)“ zugewiesen werden.
Um Beobachtungen bequem auch von unterwegs melden zu können, stellt naturgucker.de verschiedene – zumeist kostenlose – Apps bereit. Mit diesen können alle in naturgucker.de meldbaren Arten erfasst werden. Für die Nutzung der Apps im Gelände ist keine aktive Verbindung mit dem Internet erforderlich, die Anwendungen funktionieren offline. Steht später wieder eine Verbindung zur Verfügung, können die Daten an naturgucker.de übermittelt werden.
Im Herbst treffen sich viele Aktive traditionell zum NABU|naturgucker-Kongress in Göttingen. Auf dieser in Kooperation mit dem NABU durchgeführten Veranstaltung gibt es Vorträge, Möglichkeiten zum direkte Austausch und eine gemeinsame Exkursion in die Natur.
Das Kernteam von naturgucker.de forscht außerdem in verschiedenen Bereichen wie etwa Datenqualität von Naturbeobachtungsdaten aus Bürgerforschungs-Projekten, sogenannten Citizen-Science-Projekten. Außerdem werden mit der Umfrage arten|pisa Erkenntnisse über das Artenwissen der Menschen gewonnen. Die Forschungsergebnisse werden in Fachzeitschriften veröffentlicht.
Startseite naturgucker.de
Naturbeobachter bei einer Waldexkursion (Foto: S. Munzinger/naturgucker.de)
Die Pilzart ‚Herbstlorchel‘ kommt von Juli bis November vor. (Foto: G. Schulemann-Maier)
Marienkäfer werden anhand der Anzahl ihrer Punkte bestimmt. (Foto: TanTanika_Pixabay)
Blüte der Akelei (Foto: G. Schulemann-Maier)
Insektenbestimmung auf der Wiese (Foto: 27707_Pixabay)
Die Autorin
Gaby Schulemann-Maier
leitet die Kommunikation bei naturgucker.de