Die Autorin

Sabine Kiehl
Dipl.-Ing. für Ver- und Entsorgung und bei der Abfallwirtschaft des Landkreises Stade tätig

Weitere Informationen:
Kundenservice der Abfallwirtschaft,
Tel. 04141 12-610,

oder www.landkreis-stade.de - Stichwort: Abfall

Wildmüll – achtlos weggeworfener Abfall mit verheerenden Auswirkungen

Als Wildmüll werden umgangssprachlich verbotswidrig lagernde Abfälle bezeichnet. In der Stadt ist Wildmüll beispielsweise in Form von Dosen, Flaschen, Zigarettenkippen oder Plastiktüten zu finden. In der freien Natur sind es häufig auch Elektrogeräte, Möbel, Bauschutt, Asbestplatten, Laubsäcke, Autoreifen, Silofolien und gefüllte Müllsäcke. Jährlich entsorgt der Landkreis Stade ca. 50 Tonnen Wildmüll aus der Natur. Außerdem finden jährlich etwa 50 ehrenamtlich organisierte Müllsammlungen statt, die der Landkreis Stade auch unterstützt. Parallel dazu entsorgen die Städte und Gemeinden sowie die Straßenbaulastträger den Wildmüll in ihren Zuständigkeitsbereichen.
Die Entsorgungskosten gehen vermutlich für das gesamte Kreisgebiet in den sechsstelligen Bereich und sind leider von uns allen zu tragen.

Wildmüll ist eine Gefahr für Pflanzen, Tiere und Menschen

Müll und Gartenabfälle haben ungeahnte Auswirkungen. Draht und Bänder werden für Wildtiere zu einer tödlichen Falle. Auch in weggeworfenen Dosen und Flaschen verenden viele kleine Tiere und Insekten. Gewässer können durch chemische Reststoffe belastet werden, so dass Wasservögel und -insekten sowie Fische vergiftet werden. Nutztiere können durch belastetes Heu, Stroh und Silage vergiftet oder verletzt werden, weil Müll wie etwa Teile von Blechdosen bei der Ernte mit aufgenommen werden. Auch Gartenabfälle haben nichts in unserer Natur zu suchen. Mit ihnen werden exotische Pflanzen eingetragen, die wiederum heimische Pflanzen verdrängen und damit die Lebensgrundlagen für spezielle Insektenarten gefährden. Dazu gehört auch der gefährliche Riesenbärenklau, der starke Verbrennungen auf der Haut verursachen kann. Außerdem sind die Böden an illegalen Gartenabfallsammelstellen durch den erhöhten Nährstoffeintrag überdüngt. Gefährlich sind auch Glasscherben oder Lagerfeuer in der freien Landschaft. Sie können schnell verheerende Brände verursachen.

Besucherumfrage auf der Messe „Stade Aktuell 2016“

Achtlos weggeworfener Müll wird auch im Kreis Stade nicht gern gesehen. Das hat eine Meinungsumfrage jetzt gezeigt. Aus Anlass der europäischen Kampagne „Let’s Clean Up Europe 2016“ hatten die Kreis-Abfallberater Gäste der Messe um ihre Meinung zum „Wildmüll“ gebeten. Zum Ergebnis berichtet Abfallberaterin Sabine Kiehl: „Viele Menschen ärgert nicht nur der Anblick von Müll in der Landschaft, sondern dass sich Tiere und Menschen am Wildmüll auch verletzen können.“ Die Gefahr für Nutztiere durch Müll auf landwirtschaftlichen Flächen ist ein weiterer Aspekt. Zur Vermeidung von Wildmüll, gab es von den Besuchern eine ganze Reihe von Vorschlägen: Mehr Papierkörbe entlang viel genutzter Wege oder: „Jeder soll insgesamt weniger Müll produzieren.“ Manche forderten auch deutlich höhere Bußgelder für den Umweltfrevel. Alle Anregungen wurden von der Abfallberatung aufgenommen und in einem Maßnahmenpaket zusammengefasst mit den folgenden Zielen:

 

➜ Aufklärungsarbeit verstärken
➜ Kampagnen mit Schulen, Städten und Gemeinden sowie
Forstämtern und Landwirtschaft
➜ Wildmüllsammlungen weiter fördern und verstärkt bewerben
➜ Zusammenarbeit mit Fahrschulen:
Unterrichtsthema „Straßenverschmutzung“ aufnehmen
➜ Betreiber von Papier- und Altkleidercontainern aufklären

Storchenbetreuer Gert Dahms befreit einen Jungstorch, der durch ein Plastikband am Nest gefangen war (Foto: H.-J. Schaffhäuser)

Am Straßenrand
illegal entsorgter Wildmüll
(Foto: Landkreis Stade)

Gewässerverunreinigungen können fatale Auswirkungen haben (Foto: S. Kiehl)

 

Die Autorin

Sabine Kiehl
Dipl.-Ing. für Ver- und Entsorgung und bei der Abfallwirtschaft des Landkreises Stade tätig

Weitere Informationen:
Kundenservice der Abfallwirtschaft,
Tel. 04141 12-610,

oder www.landkreis-stade.de - Stichwort: Abfall